Viele kennen das Problem: Man steht morgens auf und hat das Gefühl, den Weg in das Badezimmer kaum zu schaffen weil die Gelenke schmerzen. Bei vielen ist eine Gelenksabnutzung schuld daran, die Experten als Arthrose bezeichnen. Untersuchungen zufolge ist sie der häufigste Grund für Gelenkschmerzen überhaupt. Doch bevor es zu einer Diagnose kommt, haben Betroffene meistens einen langen Leidensweg hinter sich. Ein Zwicken hier, ein Kneifen dort halten viele gerade in fortgeschrittenem Alter für normal. Doch je früher man mit einer Therapie beginnt, umso besser.

Interessante Fakten rund um das Thema Arthrose

Erschreckend sind die Zahlen rund um das Thema Arthrose: Statistiken zufolge betrifft sie nämlich vier Fünftel aller über 50-Jährigen. Schuld an den Schmerzen ist ein Abbau des Gelenksknorpels die durch die nicht-entzündliche Erkrankung verursacht wird. Bei Arthrose kommt es zu Umbauarbeiten rund um den Knorpel und im umliegenden Gewebe. Der Knorpelstoffwechsel ist gestört und somit beginnen die Beschwerden.

Gleichzeitig wie der Gelenksknorpel schrittweise abgebaut wird, versucht der Körper den Schaden zu reparieren. Dabei kommt es zu einer Neubildung von Knochengewebe und Knorpeln, die jedoch das zerstörte Material nicht ersetzen können. Wenn das Gelenk anschwillt und die Schmerzen auf einmal massiv stärker werden, kann es sein dass es zu einer aktivierten Gelenksentzündung gekommen ist. Um Arthrose zu diagnostizieren, stehen Ärzten verschiedene Verfahren zur Auswahl:

  • Zunächst einmal erfolgt eine Anamnese: Dabei nimmt der Arzt die Daten des Patienten auf und fragt, wann und wo die Schmerzen auftreten. Außerdem ist relevant, seit wann die Beschwerden bestehen
  • Anschließend erfolgt in der Regel die Überweisung zum Röntgen. Mit bildgebender Diagnostik kann man genau feststellen, wie weit die Arthrose fortgeschritten ist
  • In manchen Fällen, wenn z.B. die Röntgenbilder nicht aussagekräftig sind, kann man mit einer Kernspintomographie die Problemzone genauer untersuchen.

Traditionelle Behandlungsmethoden bei Arthrose

Ist es in einem Gelenk erst einmal zu einem Arthroseschub gekommen, kann man den Umbau nicht mehr rückgängig machen. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die dabei helfen mit Arthrose gut leben zu können. Im Anfangsstadium wird oft Physiotherapie verschrieben. Vor allem Wärme tut den in Mitleidenschaft gezogenen Gelenken gut. Je nachdem welches Gelenk betroffen ist kann man mit Moor, Paraffin oder Fango gute Erfolge erzielen. Doch Achtung, Wärme sollte bei akuten Entzündungen vermieden werden. Wurde aktivierte Arthrose festgestellt, lindert Kühlung die Schmerzen. Darüber hinaus kann der Physiotherapeut mit Ultraschall und Strom dem betroffenen Gelenk positive Impulse setzen.

Da es vor allem bei Arthrose in den Kniegelenken oder an der Hüfte bei Schmerzen zu Schonhaltungen kommt, wird der Bewegungsapparat bei Betroffenen oft einseitig belastet. Das kann zu weiteren Problemen führen. Daher ist es wichtig, mit Schmerzmitteln dafür zu sorgen, dass das normale Gangbild aufrechterhalten wird. Zum Einsatz kommen bei weiter fortgeschrittenen Fällen auch schwache Opiate sowie Antirheumatika. Wichtig ist außerdem, mit orthopädischen Maßnahmen mögliche Fehlstellungen auszugleichen. Das entlastet die Gelenke und kann zu einer Schmerzlinderung führen. Helfen all diese Maßnahmen nicht, kann in einer Operation ein künstliches Gelenk eingesetzt werden.

Alternative Medikamente für Betroffene

Eine der wichtigsten Maßnahmen in der Arthrosetherapie, die nicht einmal etwas kostet, ist Bewegung. Damit das Gelenk nicht komplett steif wird, ist moderate Bewegung ein wichtiger Faktor. Dabei geht es nicht darum, sportliche Höchstleistung zu bringen. Es reicht schon aus, sich an die Vorgaben von Experten zu halten. Sie empfehlen jede Woche rund 150 Minuten moderaten Sport. Ob man lieber flotte Spaziergänge macht, joggt, Rad fährt oder schwimmt, bleibt jedem selbst überlassen.

Doch auch eine ausreichende Nährstoffzufuhr ist bei Arthrosepatienten enorm wichtig. Ein Knorpelanabolikum ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das mit speziellen Aminosäuren den Knorpelabbau verlangsamen bzw. den Wiederaufbau stimulieren kann. In vielen Produkten ist außerdem Glucosaminsulfat enthalten. Dabei handelt es sich um ein Zuckerprotein, das auf natürliche Weise im Körper vorkommt. Es wurde unter anderem im Knochenmarkt, in Knochen und Gelenksflüssigkeiten gefunden. Über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen wirkt es schmerzlindernd und schützt den Gelenkknorpel. Glucosamin als Glucosamin Sulfat ist in hoher Qualität ein wichtiger Bestandteil jeder Arthrosetherapie – aber nur in Pharmaqualität!

Ein weiterer Bestandteil von Nahrungsergänzungsmittel bzw. diätetischen Produkten zur Arthrosetherapie ist das Chondroitin als Chondroitinsulfat. Auch hier ist wieder auf die Qualität zu achten, denn es gibt sehr viele schlechte und damit unwirksame Produkte am Markt. Aber für Glucosamin und Chondroitin in hoher Qualität sind tatsächlich die positiven Wirkungen wissenschaftlich nachgewiesen. Es werden hier Dosierungen von 500mg pro Tag Chondroitin (Hai) und 1500mg pro Tag Glucosaminsulfat empfohlen.

Durch die Einnahme soll über die Gelenksflüssigkeit der Knorpel wieder ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und somit eine Schmerzreduktion bei der Bewegung erfolgen.

Auch einige Vertreter aus der Pflanzenwelt bieten sich für die alternative Therapie an. Dazu zählt zum Beispiel die Brennnessel: Als Tee oder in Kapseln eingenommen wirkt sie generell entschlackend und entzündungshemmend. Ein natürliches Schmerzmittel, welches ähnlich wie Aspirin wirkt, ist die Weidenrinde. Sie ist deshalb bei Arthrosepatienten so beliebt, weil man sie in Kapselform einnehmen kann ohne Nebenwirkungen befürchten zu müssen. Weitere Pflanzen, die gegen Arthrose helfen, stammen aus Afrika. Die Teufelskralle ist besonders für jene Patienten interessant, die besonders an Morgensteifigkeit leiden. Wie bei allen anderen Nahrungsergänzungsmittel sollte man jedoch einige Geduld aufbringen: Bis pflanzliche Mittel wirken, vergehen oft einige Wochen. Dennoch sind sie als alternative Therapie durchaus einen Versuch wert, um die Lebensqualität bei Arthrose zu verbessern.