Kompressionsstrümpfe bringen mehrere Vorteile für die Gesundheit und sind im Alltag eine echte Hilfe in vielen verschiedenen Situationen. Sie können gegen Wassereinlagerungen helfen, Thrombosen verhindern, und schmerzhafte Schwellungen der Füße und Beine verhindern.

Alternativ zu den Kompressionsstrümpfen gibt es auch noch die Stützstrümpfe, diese können zwar nicht medizinisch eingesetzt werden, verhindern trotzdem aber „schwere Beine“ und sind förderlich für die Venengesundheit.

Kompressionsstümpfe gegen Thrombose

Bei einer Thrombose handelt es sich um eine Venenerkrankung, die durch zu wenige Bewegung, Übergewicht, zu wenig Flüssigkeit, Rauchen und andere Faktoren entstehen kann. Hier besteht die Gefahr, dass sich in den Venen ein Blutgerinnsel bildet, dieses kann dann die Venen verstopfen. Dadurch können Krampfadern entstehen, aber auch gefährliche Krankheiten wie eine Lungenembolie, wenn sich dieses Blutgerinnsel löst und durch den Blutstrom in die Lunge transportiert wird.

Kompressionsstrümpfe wirken von außen mechanisch gegen eine Thrombose, indem sie das kraftlos gewordene Gewebe dabei unterstützen, das Blut zurück zum Herzen zu befördern. Durch die Strümpfe können die Klappen besser schließen und ein Rückfluss des Blutes wird verhindert, dadurch auch die Bildung eines Blutgerinnsels.

Kompressionsstrümpfe gegen Lymphödeme

Ein Lymphödem ist eine Hautschwellung, die durch einen gestörten Lymphabfluss entstanden ist. Die Flüssigkeit steckt in den Zellen fest und dem Körper gelingt es nicht mehr, diese über die Lymphbahnen abzubauen. Dadurch entstehen Schwellungen, die nicht nur unästhetisch sind, sondern auch sehr schmerzhaft werden können. Viele Krebspatienten leiden im Rahmen ihrer Krebstherapie an Lymphödemen, die Ödeme können jedoch auch angeboren sein.

Neben der Behandlung mit einer Lymphdrainage werden häufig auch Kompressionsstrümpfe unterstützend eingesetzt. Durch die verursachte Kompression wird Druck auf die Lymphgefäße ausgeübt, dadurch wird der Rücktransport der Flüssigkeit begünstigt. Die medizinischen Strümpfe müssen täglich getragen werden. Das bedeutet der Patient muss die Kompressionsstrümpfe auch korrekt anziehen können.

Lipödeme mittels Kompression behandeln

Neben den Lymphödemen werden auch die Lipoödeme mit medizinischen Strümpfen behandelt. Bei einem Lipödem handelt es sich, um eine krankhafte Verteilung des Fettes, die Ursachen dafür sind bis heute immer noch nicht vollständig erforscht und bekannt. Die Krankheit betrifft nur Frauen und am häufigsten sind die Beine betroffen. Symptome sind Spannungsgefühle in den Beinen und starke Schmerzen, sowie Erschöpfung. Oftmals kann gegen die Schmerzen nicht wirklich viel gemacht werden. Der Schmerz wird durch sehr hohe Temperaturen oftmals begünstigt, aber auch bei Flugreisen können die Schmerzen stärker ausgeprägt sein, aufgrund des niedrigen Luftdrucks.

Lipödem Stadium 1

Die Krankheit ist in drei Stadien aufgeteilt, im ersten Stadium ist die Haut noch glatt und gleichmäßig, allerdings kommen insbesondere rund um die Knie herum die Fettkügelchen zur Geltung. Sie sehen aus wie kleine Styroporkügelchen. Auch haben die Beine die Ansätze zur Reiterhosen-Form.

Lipödem Stadium 2

Im zweiten Stadium ist die Reiterhosen-Form deutlich ausgeprägter und die Fettkügelchen sind deutlich, zu erkennen. Sie sehen aus wie grobe Dellen in der Haut und können auch sehr groß werden, manche haben den Durchmesser eines Apfels. Das Unterhautgewebe ist trotz der Verdickung noch sehr weich.

Lipödem Stadium 3

Im dritten Stadium ist das Unterhautgewebe sehr stark verdickt und auch verhärtet, dadurch kommt es auch oftmals zu Wunden zwischen den Oberschenkeln, da die Haut sehr stark aneinander reibt beim Laufen. Ebenfalls kann es hier auch zu einer X-Bein-Stellung durch das hohe Gewicht kommen.

Schmerzlinderung durch Kompressionsstrümpfe

Die Kompression lindert die Schmerzen und kann sogar dabei helfen, mögliche Ödeme zu beseitigen. Ebenfalls komprimieren sie die Haut und verhindern eine ständige Reibung der Hautschichten und dadurch Wunden. Insbesondere beim Laufen beschreiben viele Patienten die Strümpfe als sehr hilfreich und schmerzlindernd.

Warum sollte ich medizinische Strümpfe zur Kompression tragen?

Medizinische Kompressionsstrümpfe verhindern nicht nur Schmerzen, sondern auch die weitere Ausbreitung der beschriebenen Krankheiten. Dadurch kann die Lebensqualität nachhaltig verbessert werden, aber auch die Chancen auf eine Heilung stehen mit dem Tragen dieser medizinischen Strümpfe viel höher als ohne. Deshalb sollten sich die Patienten an die Verordnungen ihrer Ärzte halten und die Strümpfe regelmäßig tragen, andernfalls kann aus einer einfachen Krampfader auch ganz schnell ein Ulcus cruris venosum werden. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes „Offenes Bein“, damit sind oftmals Wunden am Unterschenkel gemeint, die wegen der Venenveränderung gar nicht oder nur noch sehr schlecht abheilen können und dauerhaft nässen und sich entzünden.

Quellen: Hohlbaum G.: Der medizinische Kompressionsstrumpf. Stuttgart 1987.

Jandali Z, Jiga L: Das Lipödem: Ein Patientenratgeber. Berlin-Heidelberg 2021.